Von Runen und Hakenkreuzen
Der Bericht in der Sendung „Aspekte“ – ZDF / „Kulturzeit“ – 3sat
Der ausgestrahlte Beitrag wurde selbstverständlich aufmerksam verfolgt und hinsichtlich seines Wahrheitsgehaltes überprüft. Da es sich im Allgemeinen um schwerwiegende Anschuldigungen gegen alle Mitglieder der Gruppe Ulfhednar handelte, können wir diese unzutreffenden Vorwürfe nicht hinnehmen und beziehen daher Stellung. Folgende Aussagen und Fakten des ausgestrahlten Fernsehbeitrags waren unzutreffend, bzw. fehlerhaft:
1. Bei der Einleitung wurde behauptet, aufgrund „der Statistik“ könne man belegen, dass in unserer Darstellung überproportional und inflationär das Hakenkreuz verwendet wird. Wir möchten hierzu feststellen, dass uns keine derartige Statistik bekannt ist. Wir wären aus gegebenem Anlass dankbar, wenn man uns hierfür Quellen mit genauen Zahlen vorlegen könnte, um diesen Vorwurf zu überprüfen. Des Weiteren würde uns interessieren, wer wann die Swastiken in unserer Darstellung gezählt, in ein Verhältnis mit anderen Stilelementen der Ornamentik gesetzt und somit einen Vergleichswert berechnet hat, der angeblich stark von den gesicherten Fakten abweicht.
2. In Bezug auf unsere Standarte wurde behauptet, dass es im Frühmittelalter keine Standarten gegeben habe. Da es jedoch bereits seit der römischen Antike diese Form des militärischen Abzeichens gab und ebenfalls Belege für das Frühmittelalter existieren, ist diese Aussage nicht korrekt. Näheres hierzu findet man in unserer Stellungnahme.
3. Das Swastikasymbol selbst hatte in der damaligen Zeit symbolischen und/oder heraldischen Charakter, was die weltweite Verbreitung seit mehreren Tausend Jahren belegt. Somit ist die Aussage im Beitrag, das Hakenkreuzsymbol könne nur ausschließlich in Kontext mit den Verbrechen des Dritten Reichs gebracht werden, eine rein subjektive Meinung und keine wissenschaftlich fundierte und sachliche Erkenntnis.
4. Gleiches gilt für die mittlerweile nicht mehr in der Gruppe verwendete Wolfsangel. Die Behauptung, die Wolfsangel sei durch Heinrich Himmler in Bezug auf die NS-Organisation „Werwolf“ eingeführt worden, ist ebenso inkorrekt. Richtig ist, dass es im germanischen Futhark nicht enthalten ist. Dennoch existiert dieses Symbol, bereits seit dem Mittelalter und ist in zahlreichen Wappen (z.B. in der Gemeinde Wedemark) auch heute noch erhalten.
5. Im Laufe des Berichts wurden das Museum für Vor- und Frühgeschichte in Berlin, insbesondere Prof. Dr. Menghin und das Römisch Germanische Museum in Mainz (RGZM) erwähnt, die „trotz eindeutiger Hinweise und Warnungen“ unsere Darstellung gebucht haben. Da auch bei diesen Auftritten Swastikasymbole gezeigt wurden, unterstellte man den vorgenannten indirekt, sich nicht um die Überprüfung hinsichtlich der Wissenschaftlichkeit unserer Darstellung gekümmert zu haben und somit (ebenfalls indirekt) einer ideologischen Vereinnahmung Vorschub geleistet zu haben.
Wir stellen hierzu fest, dass man sehr wohl die Authentizität unserer Darstellung überprüft hat und zu dem Ergebnis kam, dass die Arbeiten der Gruppe sehr nah an den aktuellen Erkenntnissen der Archäologie seien. Da ausnahmslos alle hergestellten und gezeigten Gegenstände auf Grundlage der archäologischen Funde und der historischen Überlieferung direkt oder indirekt belegt sind, kann den vorgenannten Museen somit auch kein Vorwurf gemacht werden, da sie richtig gehandelt haben und aus rein fachlichen und sachlichen Erwägungen heraus die Gruppe Ulfhednar engagiert haben.
6. In Bezug auf den vorgenannten Punkt 5 ist noch anzumerken, dass es sich bei den gezeigten Bildern, die als „Belastung“ in Bezug auf den Auftritt im RGZM dienen sollten, um eine Montage von verschiedenen Auftritten aus unterschiedlichen Jahren und an diversen Orten handelte. Der visuell kreierte Gesamteindruck entspricht folglich weder der Realität noch der Wahrheit.
7. Dass eine Musikgruppe andere Musikgruppen grüßt, ist nichts Neues. Dass dieser Austausch von Höflichkeiten nicht zwangsläufig bedeutet, dass man mit allen Aussagen und Einstellungen sämtlicher Musiker, die in den jeweiligen Bands aktiv sind, übereinstimmt, sollte eigentlich als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Somit ist es verwunderlich, dass aufgrund der Erwähnung einer Band mit zweifelhaftem Ruf innerhalb einer Liste von über 20 Bands, Rückschlüsse auf die Gesinnung der Grüßenden gezogen werden. Insbesondere dann, wenn unter den 20 anderen Musikgruppen auch noch mindestens 3 befinden, die politisch gesehen genau in der entgegen gesetzten Ecke anzusiedeln sind, als die eingangs erwähnte kontroverse Gruppe.
Positiv sei anzumerken, dass Arian Ziliox genauso oft zu Wort kam, wie andere Protagonisten in diesem Beitrag. So konnte der Zuschauer zumindest teilweise einen Eindruck von unserer Sichtweise erlangen.
Als Fazit dieses Berichts wurde letztlich die Aussage getroffen, dass der eigentliche Skandal nicht das Zuschaustellen von Swastiken im historischen Kontext sei, sondern vielmehr, dass dies im Rahmen von großen Museen stattfände, in denen die Zuschauer eine politisch korrekte Darstellung erwarten würden. (Dieses Fazit stand überraschenderweise im Gegensatz zu der unter Punkt 3 getroffenen Aussagen hinsichtlich der Verwendung und Interpretation eines Hakenkreuzes.)
Da für die Gruppe Ulfhednar eine politische Interpretation egal auf welcher ideologischen Grundlage in der Vergangenheit nicht zur Debatte stand und auch in Zukunft nicht stehen wird, können wir weder die angeführten „Beweise“ für eine ideologische Darstellung unserseits, noch die daraus entstandenen Vorwürfe innerhalb dieses Beitrages nachvollziehen. Wir lernen gerne aus Fehlern und gehen mit angemessener, angebrachter und fundierter Kritik offen und ernst um. Letztlich ist und bleibt aber für uns die wissenschaftlich korrekte, sachlich und fachlich saubere Arbeit im Bereich Archäologie, Geschichte und Reenactment oberste Priorität. All die positiven Zuschriften, Bestätigungen und Ermutigungen, die wir in den letzten Monaten erhalten haben, sowie die positive Resonanz des Publikums bei allen unseren Auftritten bestärken uns darin. Und daran wird sich auch nichts ändern!
Ulfhednar